Neben seinen traditionellen Schwerpunkten, die in der Luftfahrt, der Titanbearbeitung, der Produktion von Hochpräzisionsteilen sowie des Werkzeug- und Formenbaus liegen, wird Makino auch flexible Fertigungssysteme für die Produktion von niedrigen Losgrößen auf der diesjährigen EMO in Hannover (19.–24. Sept.) ausstellen. Die ausgestellten Maschinenserien und fortschrittlichen Technologien werden es auch kleinen und mittleren Unternehmen ermöglichen, ihr Produktionspotential auszubauen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit und ihre Wachstumschancen zu verbessern.
PRECISELY sprach mit P. Anders Ingemarsson, Präsident und Geschäftsführer von MAKINO Europa, über die Schwerpunkte der Messebeteiligung an der diesjährigen EMO.
PRECISELY: Im Jahr 2009 hatte sich Makino entschieden, nicht auf der EMO in Mailand auszustellen. Was sind Ihre Gründe für die Beteiligung an der diesjährigen EMO?
Ingemarsson: 2009 war ganz klar die Ausnahme von der Regel. Makino ist natürlich Teil der EMO und unsere Abwesenheit von der EMO 2009 hat gewiss nicht bedeutet, dass wir uns während der Finanz- und Wirtschaftskrise ausgeruht hätten. Das Gegenteil ist der Fall! Wir haben größere Investitionen in die Verbesserung unserer Forschung und Entwicklung und unserer Support-Fähigkeiten für die Einsatzvorbereitung getätigt. Wir haben ein neues internationales Forschungs- und Entwicklungszentrum in Singapur aufgebaut, in dem heute 90 Ingenieure aus 12 Nationen beschäftigt sind. Wir haben unsere Produktionskapazitäten erweitert und neue TechCentre in Mexiko, China, Indien und kürzlich in Italien eröffnet. Wir haben sehr große Anstrengungen und viele Ressourcen in die Entwicklung neuer Technologien und Maschinenserien investiert. Die Ergebnisse werden auf der EMO 2011 gezeigt.
PRECISELY: Auf welche Themen werden Sie sich auf der diesjährigen EMO konzentrieren?
Ingemarsson: Im Wesentlichen auf vier Hauptthemen: Zuallererst die Luftfahrt, wobei Makinos eindrucksvolle Leistungsstärke durch faszinierende Werkstücke, eine Bandbreite von Bearbeitungszentren für 5-Achsen-Bearbeitung von Bauteilen aus Aluminium oder Titan sowie eine Schleifmaschine demonstriert wird. Ein zweiter Schwerpunkt wird unsere traditionelle Stärke in unserem Alltagsgeschäft, der zuverlässigen hochpräzisen Bearbeitung sein. Drittens – und das ist neu – werden wir flexible Fertigungssysteme präsentieren, die für niedrigere Losgrößen sogar bis hinunter zur Losgröße eins entwickelt worden sind. Und, viertens, werden wir erklären, wie unsere Kunden ihr Geschäft um neue Segmente erweitern können, indem sie vorhandene Makino-Technologien auf neue Weise anwenden. Wir glauben, dass es bedeutende Synergieeffekte gibt, die nur darauf warten, ausgeschöpft zu werden, und wir werden den Besuchern unseres Messestandes Beispiele dafür zeigen, wie das in der Praxis verwirklicht werden kann.
PRECISELY: Welche Art von Kunden will Makino mit dem besonderen Schwerpunkt auf niedrige Losgrößen bei der diesjährigen EMO ansprechen?
Ingemarsson: Traditionell hatte Makino sich bisher stark auf Segmente wie Luftfahrt, Hochpräzisionswerkzeuge und -formen sowie Industriekomponenten konzentriert. In diesem Jahr werden wir auch Anwendungen präsentieren, die insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen interessant sein können, die ihr Produktionspotential ausbauen wollen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit und ihre Wachstumschancen zu verbessern. Maschinen wie beispielsweise die neue Makino PS Serie und die vertikalen Bearbeitungszentren der Serie F, die DUO43- und die DUO64-Drahterodiermaschinen sowie die Makino EDAFFamilie der Senkerodiermaschinen bieten kleinen bis mittleren Unternehmen fundierte Wachstumsgrundlagen auf der Basis von flexiblen Produktionskapazitäten, die ideal für kleine Losgrößen bis hin zu Losgröße eins, zum Beispiel in der Medizintechnik oder bei der Prototypenfertigung, sind. Wir sind davon überzeugt, dass es eine Vielzahl von Kunden gibt, die die kurzfristigen Erträge aus einer solchen Investition wegen der niedrigen Produktionskosten in Kombination mit hoher Produktivität und Präzision zu würdigen und zu schätzen wissen werden. Das ist eine besondere Herausforderung bei niedrigen Losgrößen, einfach, weil der Prozess nach kurzen Intervallen gestartet und wieder gestoppt werden muss, was außerordentliche Anforderungen an die thermische Stabilität stellt. Und das ist das, was unsere Kunden mit der Marke Makino verbinden – ganz präzise!
PRECISELY: In einigen Kundenkreisen wird Makino als zu teuer wahrgenommen.
Ingemarsson: Das ist, was manche Leute denken. Allerdings kennen die Kunden, die schon seit Jahren mit Makino Geräten arbeiten, den Wert und den kurzfristigen Ertrag aus ihren Investitionen – ein unbestreitbarer Beweis und gleichzeitig eine solide Grundlage für das langfristige Wachstum der Makino Gruppe. Kleine und mittelgroße Unternehmen, die ihre Produktion auf Hochpräzisionsbearbeitung umgestellt und ihre Produktivität durch Makinos Technologien verbessert haben, sind sich sehr wohl bewusst darüber, wie sie ihre Position durch einen proaktiven Ansatz verbessern konnten.
PRECISELY: In welchen anderen Bereichen hat Makino während der Rezession fortschrittlichere Technologien entwickelt?
Ingemarsson: Ich würde da die signifikanten Fortschritte hervorheben, die wir bei der Titan- und 5-Achsen-Bearbeitung gemacht haben, von denen Details auf der EMO 2011 gezeigt werden. Mit unserer MAG1 haben wir eine neue Dimension der Hochleistungszerspanung von Aluminium erreicht, zum Beispiel durch die neue 120 KW-Spindel. Darüber hinaus ermöglicht es unsere neue Software für die Hochleistungsbearbeitung, dass Prozesse sich selbst optimieren, was unverzichtbar für die Maximierung der Produktivität ist. Zusätzlich werden wir eine kleinere Version unseres sehr erfolgreichen vertikalen Bearbeitungszentrums D500 ausstellen – eine Weltpremiere. Ich möchte keine weiteren Einzelheiten verraten, aber ich kann versichern, dass diese Maschine sich sehr gut in unsere flexiblen Fertigungssysteme für kleine und mittlere Unternehmen einfügt.